Stan Webb's Chicken Shack - Bluesrocker in intimer Atmosphäre in Berlin

Stan Webb ist schon seit den 60ern gitarristisch unterwegs, den größten Zeitraum mit seiner Kult-Combo Chicken Shack. Daraus entstanden gut 20 Alben und Singles wie „Tears In The Wind“ und „Poor Boy“. Unterwegs ist der 73-jährige Bandleader nach wie vor mit "Stan Webb’s Chicken Shack". Doch beim Konzert am Sonntag im Quasimodo in Berlin war leider nicht mehr alles wie früher...

Vom: 14. Oktober 2019 | Autor: Dennis Hahn

Stan Webb's Chicken Shack - Bluesrocker in intimer Atmosphäre in Berlin

Stan Webb's Chicken Shack - Bluesrocker in intimer Atmosphäre in Berlin

Anfang der 60er Jahren entwickelten sich in England einige der größten und erfolgreichsten Blues-Formation: Ob John Mayalls Bluesbreaker, Ten Years After oder auch die später mega erfolgreichen Fleetwood Mac. Groß war auch Stan Webb zu dieser Zeit, der mit seiner Gruppe Chicken Shack den Sprung in den oberen Bereich der Charts, gerade in England, schaffte.

1965 gegründet, gehören zu Chicke Shack Al Sykes, Alan Morley und Andy Sylvester. Später wechselte die Besetzung und es kamen Christine Perfect und Dave Bidwell. Ja, die Christine Perfect die heute Christine McVie heisst und schon nach 2 Alben ausstieg und zu Fleetwood Max wechselte. Doch als dann zur erfolgreichsten Zeit der Band auch Andy Sylvester, Dave Bidwell und Paul Raymond "Goodbye" sagten, war erstmal Schluss.

Stan Webb's Chicken Shack - Bluesrocker in intimer Atmosphäre in Berlin

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Fortan war es, bis heute, ein ständiger Wechsel in der Gruppe. Klar, es waren zeitweise auch Rockgrößen wie Ric Lee (Ten Years After), Steve York (Vinegar Joe, Manfred Mann), Andy Pyle (Blodwyn Pig), Roger Saunders (Freedom) und Miller Anderson mit von der Partie, nur wollte nie so richtig eine Beständigkeit in die Band kommen. Doch das beeindruckte Stan Webb nicht so wirklich und er machte mit Stan Webb´s Chicken Shack weiter und das bis heute.

Und so fanden sich am Sonntag Abend um 22:30 auch einige Fans der Band und des Bluesrocks im Berliner Kult-Club Quasimodo ein. Es war Sonntag Abend und eben nicht mehr die 60er/70er, so waren es wirklich nur "einige" Fans, vielleicht 150-200.

Los ging es pünktlich. Die Band kam auf die Bühne, der Meister selbst folgte. Schlagzeug, Bass, 2. Gitarre und natürlich Stan Webb an der 1. Gitarre. Sie legten langsam los, steigerten sich dann aber schnell und dann krachte es so richtig. Also mit Krach kann man den Sound nicht beschreiben, auch wenn er bestimmt nicht so 100% gut abgestimmt war. Hinzu kam leider irgendwie der Eindruck, dass die Musiker auf der Bühne teils noch nicht so gut aufeinander abgestimmt waren. Die schauten sehr häufig "was der andere macht", was teilweise vielleicht notwendig ist, aber doch sehr auffiel.

Eins ist klar, Gitarre spielen konnte Stan Webb schon immer sehr gut (auch wenn in der Anfangszeit viele Kritiker im vorwarfen, sein Stil sein nur ein Mix aus Stilen anderer bekannter Blues-Rock-Größen) und auch an diesem Abend legte er das ein und andere gute Solo auf die Bretter im Quasimodo. Seine Stimme, okay ist er ist inzwischen 73 Jahre, war natürlich auch nicht mehr wie in den 60er/70er Jahren, aber man hörte noch immer dieses Besondere herausblitzen.

Titel folgte auf Titel und die Band harmonierte auch immer besser, was sich auch in der Spielfreude zeigte. Freude zeigte Stan Webb sowieso, er schien glücklich nach wie vor auf der Bühne zu stehen und Musik machen zu können, Bedanke sich, dass zwar wenige in an diesem Abend gekommen sind, aber dafür Fans und echte Liebhaber des Blues, die gut Stimmung machten und somit ihm das geben, wovon jeder Musiker gerade in den Anfängen lebt: Applaus, Begeisterung und das Gefühl mit seiner Musik Leute zu inspirieren.

Natürlich hatten sie auch ihre größten Hits „Tears In The Wind“ und „Poor Boy mit im Gepäck. Da stieg die Stimmung auch nochmals spürbar an und auch Stan Webb schien nochmals aufzublühen und vergewaltigte die Saiten seiner Gitarre förmlich.

Nach knapp 1,5 Stunden verabschiedeten sie sich dann als Zugabe mit dem Cover von "Shake Your Moneymaker" (Fleetwood Mac). Ja, es war nicht mehr alles wie früher. Aber was geblieben ist, Stan Webb, der nach 50 Jahren immer noch auf der Bühne steht und um die Welt tourt. Vielleicht ist alles nicht mehr so leicht und harmonisch wie vor 30-40 Jahren, aber es war mitnichten so schlecht, dass er seine "Stan Webb´s Chicken Shack" sterben lassen sollte. Denn wie heißt es so schön, Rock´n roll can never die (und der Blues schon gar nicht!)

Stan Webb's Chicken Shack - Bluesrocker in intimer Atmosphäre in Berlin

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Von: Dennis Hahn


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