North Mississippi Allstars - Grammy-nominierte Blues Rock-Band wieder in Berlin

Zum letzten Mal waren sie im Sommer 2014 hierzulande auf Tour, jetzt kündigt die amerikanische Southern Blues Rock-Band North Mississippi Allstars nach fünf Jahren eine exklusive Deutschland-Show an. Die mehrfach Grammy-nominierte Gruppe um die Brüder Luther und Cody Dickinson tritt am 18. Oktober 2019 im Berliner Privatclub auf.

Vom: 20. Oktober 2019 | Autor: Dennis Hahn

North Mississippi Allstars - Grammy-nominierte Blues Rock-Band wieder in Berlin (C)Foto:Veranstalter

North Mississippi Allstars - Grammy-nominierte Blues Rock-Band wieder in Berlin (C)Foto:Veranstalter

Vor seinem Tod im Jahr 2009 arbeitete ihr Vater Jim Dickinson in den vier Jahrzehnten seiner Musik- und Produzenten-Karriere mit solchen Größen wie den Rolling Stones, Bob Dylan, Ry Cooder und Primal Scream zusammen, von daher war die musikalische Laufbahn seiner Söhne Luther (g, v) und Cody (dr, k, v) im Prinzip schon voraussehbar. „Wir müssen bei hundert Sessions dabei gewesen sein“, erinnert sich Cody. „Wir erlebten unseren Vater, als er mit Replacements und Spiritualized arbeitete. Ich war damals noch so klein, dass ich das Gefühl hatte, mich in einem Raumschiff zu befinden.“

Studio- und Bühnenerfahrung sammeln sie also bereits als Teenager. In der ersten Hälfte der 90er-Jahre gründen sie die punk-inspirierten D.D.T. und treten mit Replacements, Spin Doctors, Jakob Dylan und Ice-T auf. Als sie in der High School auf den Bassisten Chris Chew stoßen und ihr Material unter dem Namen Gutbucket in akustischer Version spielen, beschließen sie, traditionelle Südstaatenelemente in ihre Musik einzuflechten.

1996 nennt sich das Trio in North Mississippi Allstars um. Nach Auftritten mit dem damals 91-jährigen Flötenspieler Otha Turner sowie dem Bluesmann R.L. Burnside entstehen die Alben „Shake Hands With Shorty“ (2000) und „51 Phantom“ (2001), auf denen sie auch Beck und Oasis huldigen. Beide Alben werden für den Grammy nominiert.

Als „die interessanteste neue Band“ gepriesen, „die aus dem Lehm des Südstaatenrocks und des Blues“ entstanden ist, ernten sie Vergleiche mit den Althippies von Little Feat, die ebenfalls viele traditionelle Genres in ihrer Musik vermischen. Eine Ähnlichkeit, die sich auf den engen Kontakt zu den Fans ausdehnt: Beide haben lokale ’street teams‘ gegründet, die sich um die Promotion ihrer Alben und Konzerte kümmern.

Nach eigenen Angaben als Drei-Platten-Projekt entstanden, liefern die North Mississippi Allstars 2003 mit „Polaris“ ihr angeblich letztes Werk. Durch den Zugang von R.L. Burnsides Sohn Duwayne gewinnt ihre Musik an Tiefe. Die instrumentale Grundlage bilden Gitarren, Bass, Klavier, Schlagzeug, Orgeln und ein Waschbrett; den Gesang teilen sich Luther und Cody Dickinson. Zwischen Rock, Pop, Blues und Country angesiedelt, begeistern sie Noel Gallagher (Oasis) so sehr, dass er als Gast auf dem Stück „One To Grow On“ zu hören ist. 2005 folgt mit „Electric Blue Watermelon“ dann das dritte North Mississippi Allstars-Album, das erneut eine Grammy-Nominierung einfahren kann. Zwischenzeitlich tourt man mit John Hiatt, dessen Album „Master Of Disaster“ (2005) sie mit einspielen.

Obwohl Luther Dickinson 2007 für vier Jahre bei den Black Crowes einsteigt, nimmt die Band weitere erfolgreiche Alben auf, tourt 2011 mit Robert Plant und 2013 mit der Dave Matthews Band. Zahlreiche Nebenprojekte laufen parallel: Seit 2009 bildet Luther mit Alvin Youngblood Hart und Jimbo Mathus die South Memphis String Band. Ab 2012 ist er auch mit einer fünfköpfigen Folk-Band mit Shannon McNally , Amy LaVere , Valerie Juni und Sharde Thomas

(Otha Turner-Enkelin) unterwegs. 2012 veröffentlicht er ein Solo-Akustik-Album („Hambone‘s Meditations“), das ihm eine weitere Grammy-Nominierung einbringt.

Auch Cody ist nicht untätig, wird zu einem künstlerischen Unternehmer in den Bereichen Musik, Film und TV. Er produziert u.a. die letzten Alben des britischen Blues-Gitarristen Ian Siegal, The Skinny (2011) und Candystore Kid (2012). Mit der Hill Country Revue hat Cody eine zweite Band am Start und bis jetzt zwei Alben veröffentlicht.

2010 nehmen die Brüder „Keys To The Kingdom“ auf, um damit auch den Tod und das Leben ihres Vaters zu verarbeiten. Nach „Freedom & Dreams“ (2015) steigt Bassist Chris Chew aus, seitdem arbeiten die Brüder Dickinson überwiegend mit Session-Musikern. Das achte Album „Prayer For Peace“ erscheint 2017 und erreicht Platz 1 der Billboard-Blues-Charts.

Im Oktober 2019 erschien das neue Album „Up And Rolling“ (VÖ: 04.10.19 New West Records).

Konzert-Termin Berlin: 18. Oktober 2019, Privatclub

Von: Dennis Hahn


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