Gotthard - Neues Studio-Album zum 25. Jubiläum - Silver 25th Anniversary Tour

Vor einem Vierteljahrhundert brachen GOTTHARD vom Tessin aus auf, um die Welt mit purem, schnörkellosen Rock und gewaltigen Balladen zu erobern. Zum 25. Jubiläum kommen sie im Rahmen ihrer „SILVER“ – THE 25th ANNIVERSARY TOUR am 16. Juni 2017 ins Huxleys nach Berlin

Vom: 27. März 2017 | Autor: Dennis Hahn

Gotthard - Neues Studio-Album zum 25. Jubiläum - Silver 25th Anniversary     (C)Foto: Martin Hausler

Gotthard - Neues Studio-Album zum 25. Jubiläum - Silver 25th Anniversary (C)Foto: Martin Hausler

2017 kann man zweifellos attestieren, dass Gotthard das Kunststück gelungen ist: Mit 15 No.1-Alben und diversen Multi-Platin-Awards sind GOTTHARD nicht nur die erfolgreichste Band der Schweiz sondern auch eine feste Größe im globalen Spotlight. Die Hardrocker aus Lugano haben bei weit mehr als 2000 Konzerten auf drei Kontinenten unter anderem mit Deep Purple, Bryan Adams, Bon Jovi und AC/DC gespielt, in ganz Europa gefeierte Headliner-Tourneen absolviert und weltweit über drei Millionen Tonträger verkauft. GOTTHARD sind seit 25 JAHREN eine Bank in den Charts und stehen für Swiss rock at it’s best!

Für GOTTHARD gab es keine Aufwärmphase. Ihr erstes Album meldete nach vier Monaten Platin und legte mit einem Sound, der eher hart als massenkompatibel war, einen Raketenstart hin. Nach CH-Headliner-Tour, Deutschland- und Europatour folgten weitere Superlative: GOTTHARD spielten mit Bryan Adams, traten auf der Foundations Forum in L.A. auf und wurden nach Japan eingeflogen. Wohlgemerkt mit ihrem Debüt. „Dial Hard“ kam 1994 und wurde das erste Schweizer #1-Album für GOTTHARD. Ein Erfolg, den auch alle folgenden Alben erreichen sollten. Nach „D-Frosted“, das 1997 nach drei Monaten CH-Doppelplatin meldete, kam 2001 mit „Homerun“ der erste deutsche Top-15-Entry, 3-fach-Platin in der Schweiz und mit „Heaven“ auch die erste No.1-Single. Mit erstklassigem Songwriting und fantastischen Shows hatten GOTTHARD eine Marke etabliert, die ihnen nicht nur einen Slot beim Jazzfestival in Montreux, sondern – neben diversen Schweizer Auszeichnungen – auch den „International Music Award“ und die Nominierung für einen „World Music Award“ eingebracht hatte. Alle weiteren Alben schafften No.1-Entries und mindestens Doppelplatin-Sales in der Schweiz, Top-10-Charts in Deutschland und ermöglichten der Band spektakuläre Auftritte in Russland Südamerika, Japan und Korea.

2010 verunglückte Steve Lee bei einem tödlichen Verkehrsunfall in den USA – eine tragische Zäsur, die eineinhalb Jahre dauerte. Den Beginn einer neuen Zeitrechnung markierte 2011 „Homegrown – Alive in Lugano“, ein Tribut an die unsterbliche Legende des Ex-Sängers. Nach reiflicher Überlegung wagten GOTTHARD mit „Firebirth“ und ihrem neuen Sänger Nic Maeder den Schritt in ein neues Kapitel. Mit Respekt und Herzblut hatte der Ausnahmesänger sich gegen eine Vielzahl hochkarätiger Bewerber aus der ganzen Welt durchgesetzt. In der aktuellen Besetzung aus Leo Leoni (Gitarre), Freddy Scherer (Gitarre), Marc Lynn (Bass), Hena Habegger (Schlagzeug) und Nic Maeder (Gesang) erwies sich „Firebirth“ als Hommage an den Rock ‘n’ Roll und stellte die wiedergeborene Spielfreude der Band unter Beweis. Wie mit einem neuen Paar Flügel ausgestattet, starteten GOTTHARD, die souverän auf Platz 6 der Schweizer All-time Albumchart-History rangieren, ihre Welttour, die sie durch 22 Länder und vor über 300.000 Zuschauer führte. Mit dem Schweizer #1-Entry und erneuten Platinsales geriet „Firebirth“ zum spektakulären Comeback, das für niemanden selbstverständlich war.

2014 bestätigte „Bang!“ eindrucksvoll die neue Power und schaffte neben der CH-No.1 auch die Top 10 in Deutschland. Außer den Charterfolgen lieferte „Bang!“ die Musik für die Lateinamerika-Tour der Band, eine überragende Open-Air-Saison in Italien, Tschechien, Belgien und Frankreich sowie die anschließenden UK-Headliner-Shows. Nach dem Gewinn des Swiss Music Award als „Best Album“ im vergangenen Jahr ist die Bühne bereit für das 25. Jubiläum von GOTTHARD und das brandneue Album „SILVER“, das die herausragende Geschichte des Schweizer Rockphänomens gebührend feiert.

„SILVER“ ist in vielen Hinsichten ein besonderes Album. Wie wichtig auch der Band das 25. Jubiläum ist, zeigt allein die Wahl des Albumtitels. In Anlehnung an den runden Jahrestag einer langjährigen Ehe deutet „SILVER“ an, dass eine Band durchaus ähnliche Züge haben kann oder zumindest ein ähnlich komplexes Beziehungsgefüge ist. Nach der bewegten Geschichte von GOTTHARD rührt der Vergleich genauso wie er Respekt einflößt, denn trotz des Verlustes eines essentiellen Teils der Band, haben die Jungs es nicht nur geschafft zusammenzubleiben sondern ihrer Musik mit Leidenschaft und dem Gewinn von Nic Maeder auch eine neue Facette und die doppelte Portion Lebensfreude zu verleihen.

Dass „SILVER“ gleichzeitig an das multiple Edelmetall der Band erinnert und dazu animiert, sich für den feierlichen Anlass in Schale zu werfen, ist vielleicht nicht beabsichtigt, aber dennoch angemessen, denn das Album beweist, dass GOTTHARD auch nach 25 Jahren kein bisschen abgeklärt sind. Auf insgesamt 13 (digitale Edition) bzw. 15 Tracks sind fünf Musiker am Werk, die extrem viele Ideen auf die Tonspur gebracht haben und deren Bock auf die Band dem Hörer aus jedem Song entgegenspringt. Schon die erste Single „STAY WITH ME“ hat alles, was Fanherzen höher schlagen lässt: Von fragilen Akustikgitarren und Nics gefühlvollem Gesang aus liefert der Song eine ausgeklügelte Bombast-Explosion ab und sichert sich damit einen Platz in der ersten Liga zwischen Halbballade und Monumental-Hymne. Ein ideales Entrée für „SILVER“.

Den eigentlichen Anfang der Platte macht laut Tracklisting aber „SILVER RIVER“, ein lässiger Groove-Rocker mit gut geschmiertem Hammond-Motor und virtuosem Gitarrensolo, der ohne Umwege in die Vollen geht. Spätestens jetzt sollten die Überrollbügel geschlossen werden, denn „ELECTRIFIED“ zündet. Der Riff-Rocker der ‘She Goes Down’-Kategorie befördert uns geschmeidig mitten ins Album, aus dem es keinen Weg zurück gibt. Der Rückweg ist aber auch uninteressant wenn „BEAUTIFUL“ uns direkt Richtung Zukunft schickt: Sequenzer melden das Jahr 2017, ab dem Mittelteil überraschen satte weibliche Chöre und der Song wächst zu einem gefühlvollen und mitreißend-positiven Track – man braucht kein Hellseher zu sein, um das wogende Meer aus Feuerzeugen bzw. Handydisplays auf der nächsten Tour vorauszusagen. Für Sentimentalitäten ist allerdings kein Platz, denn zwischen Rammstein-Stakkato und bodenständigem Rock geht es in „EVERYTHING INSIDE“ darum, sich auf keinen Fall herumschubsen zu lassen: „Don’t keep everything inside, let it out, gotta free your mind. Take, take – even lose your pride, but don’t keep everything inside“. Ein kurzes Piano-Intro leitet das sorgfältig orchestrierte „REASON FOR THIS“ ein. Grooves der Dokken-Couleur gepaart mit Siebziger-Kansas-Flair sorgen für eine beinahe sonnige Liebeserklärung, bei der im Chorus wirklich jedem das Herz aufgeht. Etwas nachdenklicher kommt „NOT FOOLING ANYONE“ daher – der Song in bester Singer-Songwriter-Manier eignet sich bestens zum Runterkommen.

Der sinnlich-wiegende Latin-Rhythmus von „MISS ME“ dagegen, dessen Drums fast wie Orchesterpauken klingen, verlegt das Album kurzerhand in südlichere Gefilde und vor die perfekte Kulisse, um jemanden verdammt zu vermissen. Bevor aber zu viel Herzschmerz aufkommt, schüttelt die Band sich und haut die „TEQUILA SYMPHONY NO.5“ raus. Für den Beat gibt’s hier nur eine Richtung: nach vorne – während die Gitarre sich genüsslich Zeit nimmt, um Beethovens Fünfte zu zitieren und der Song sich in sein beeindruckendes Finale steigert. Ins letzte Drittel des digitalen Longplayers geht’s mit „WHY“, das dank Akustikgitarren und fantastischen Vocal-Arrangements richtig Laune macht. Volle Lotte Mitsingen, Gas geben und endlich mal Loslassen – kann man alles zu dem Song. „ONLY LOVE IS REAL“ fängt zart an und kommt dann gewaltig: Piano, Pickings, Streicher und grandiose Melodie-Linien machen das Stück zu einer wahren Hymne, die kein Problem mit Pathos hat. Herausragend: Das fast schon militärische Drumming von Hena Habegger, das einen brillanten Kontrastpunkt setzt – und seinen Teil dazu beiträgt, dass der Track sich ohne Weiteres für den Soundtrack eines Monumentalfilms casten lassen könnte. Danach wird’s Zeit für einen Klassiker. „MY OH MY“ ist beste GOTTHARD-Tradition und ein aufrichtiges Tribute an den besten Kumpel Rock’n’Roll. Hier wird weder gezaubert noch gekünstelt: „My oh my, noone’s gonna stop me ‘til I die“. Punkt. Zum Schluss der digitalen Ausgabe gibt „SILVER“ noch einmal Vollgas und nimmt mit „BLAME ON ME“ und seinen atemberaubenden Solo-Einlagen breit grinsend die Schuld auf sich, dass bei diesem Album niemand ruhig sitzen bleiben kann.

Wer das physische Digipack-Album sein eigen nennt, bekommt zwei Bonustracks, die sich gewaschen haben. Der von Habeggers einpeitschenden Anschlägen angeführte und knallhartem Riffing in Szene gesetzte, treibende Swing von „WALK ON“ lässt garantiert nichts anbrennen. Für „CUSTOMIZED LOVIN’“ wird die Axt angesetzt und „Dail Hard“-mäßig geschwungen – dezente Hammond-Anschläge inklusive, die intelligent mit dem wilden Habitus des Höllentracks harmonieren. Ein würdiger Closer für ein vielseitiges, innovatives aber auch traditionsbewusstes Album, das schon vor dem Release Edelmetall suggeriert.

Konzert-Termin Berlin: 16. Juni 2017, Huxleys

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Huxleys
Hasenheide 107
10967 Berlin

Von: Dennis Hahn


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