Citadel Music Festival 2019: Nächste Woche mit The B-52s, King Crimson & Toto

Der Sommer ist da und in der nächsten Woche stehen drei musikalische Highlights auf der Bühne des Citadel Music Festivals in der Zitadelle Spandau an. Den Anfang machen am Donnerstag "The B-52s", gefolgt von "King Crimson" am Samstag und den Wochenanschluss am Sonntag begehen "Toto".

Vom: 22. Juni 2019 | Autor: Dennis Hahn

Citadel Music Festival 2019: Nächste Woche mit B-52s, King Crimson & Toto    (C)Foto:Thomas Spindler

Citadel Music Festival 2019: Nächste Woche mit B-52s, King Crimson & Toto (C)Foto:Thomas Spindler

27.06.19 The B-52s auf „European Farewell Tour“ (Beginn: 19.30 Uhr, Einlaß: 18 Uhr, VVK: 48 Euro)
Allerletzte Möglichkeit, die – laut ihrer Homepage – „World’s Greatest Party Band” nochmals live zu erleben: die in Musik und Mode einflussreiche Formation the B-52s macht im 40. Jahr nach ihrem Debüt-Album Schluss! Seit den Kulthits „Rock Lobster“, „Love Shack“, „Dance This Mess Around“ oder „Roam“ steht die US-amerikanische Gruppe, die am 26. und 27. Juni in Köln beziehungsweise Berlin gastiert, für fröhlich-exzentrische Partymusik.

Markenzeichen der 1976 in Athens/ Georgia gegründeten B-52s sind ihr knallbunter Sechziger-Jahre-Look und ein nostalgisch getönter, spaßorientierter Sound. Ihn kennzeichnen „abgehackte Rhythmen, pointierte Bassläufe, hypnotisierende Orgel- beziehungsweise Gitarrenlinien und ein absolut abgedrehter Gesang“ (Musikexpress). Ihrer stilbildenden, eigenwilligen Mischung aus Rock’n’Roll, Postpunk, Funk und NewWave zollen populäre Kollegen von Dave Grohl (Foo Fighters) über Michael Stipe (R.E.M.) bis James Murphy (LCD Soundsystem) und Madonna Bewunderung. Elemente der B-52s-Songs wurden gesampelt von DJ Shadow, Roger Sanchez, Pitbull, Panic! At The Disco oder The Offspring. Seth MacFarlane’s „Family Guy“ oder „The Simpsons“ präsentierten eigene Coverversionen. Auch hinsichtlich ihres Stylings setzten die weiblichen Mitglieder dieses quirligen Tanzbeat-Unternehmens mit ihren Micro-Kleider maßgebliche Akzente und lieferten zeitgenössischen Stil-Ikonen zahlreiche Inspirationen. Deshalb nannte „Yahoo!“ B-52s-Musikerin Kate Pierson „die originale Katy Perry“. Unstrittig ist: the B-52s sind einzigartig, unvergleichlich und „vermutlich die subversivste Band, die je aus Amerika gekommen ist“ (‚Salon‘). „Von Anfang an“, so auf pitchfork.com zu lesen, „waren the B-52s zweifelsohne ein großartiger Live-Act. In ihnen vereinigte sich der Prototyp der Riot-Grrrl-Intensität bereits ein Jahrzehnt bevor diese überhaupt aufkam“. Von den Tonträgern der B-52s, deren Name Südstaatenslang für die toupierten, hochgesteckten Bienenkorbfrisuren der Frauen im Ensemble ist, wurden weltweit nahezu 20 Millionen Exemplare abgesetzt. Ihr Erstlingswerk zählt laut ‚Rolling Stone‘ zu „The 500 Greatest Albums of All Time“!

Ende Juni heizen the B-52s, bei denen immer noch die Gründungsmitglieder Kate Pierson (Gesang/Keyboards), Cindy Wilson (Gesang/Percussion) und Fred Schneider (Gesang/Keyboards) auf der Bühne stehen, letztmals in Deutschland ein. Gute Gelegenheit, mit jener „schmutzigen kleinen Tanzkapelle“ (Rolling Stone), die dank „radikalem Avantgarde-Pop der Achtziger Jahre“ (New Musical Express) „ein rollendes Fest der guten Laune verbreitet“ (ME/Sounds), eine ausgelassene Abschiedsparty zu zelebrieren.

Citadel Music Festival 2019: Nächste Woche mit B-52s, King Crimson & Toto    (C)Foto:Thomas Spindler

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29.06.19 KING CRIMSON „Celebrating 50 Years“ (Beginn: 19.30 Uhr, Einlaß: 18 Uhr, VVK: ab 40 Euro)
Die Progrock-Pioniere zelebrieren in Berlin 50-jähriges Bandjubiläum!

Rund drei Jahre nach ihren beiden ausverkauften Berlin-Shows gastieren sie wieder in der Hauptstadt: King Crimson! Am 29. Juni lädt Mastermind Robert Fripp und sein mit virtuosen Musikern besetztes Ensemble (inklusive drei Schlagzeugern!) in die Zitadelle. Von ihren ersten Gastspielen in Deutschland nach 13 Jahren Bühnen-Abstinenz waren Fans wie Kritiker gleichermaßen begeistert. „Zum Schluss“, schrieb der Rezensent der ‚Berliner Zeitung‘, „gab es stehende Ovationen für die Erfinder, nein: die Genrebegründer und Trendsetter des Progressive Rock.“ Da King Crimson 2019 ihr 50-jähriges Bestehen feiern, werden sie Songs von zwölf ihrer 13 Studio-Alben spielen, darunter Titel ihres stilprägenden Debüts „In the Court of the Crimson King“ (1969).

Eingedenk der großen Nachfrage bei den damaligen Crimson-Konzerten, empfiehlt es sich, schnell eine der Karten zum Preis zwischen 40 und 100 Euro (zzgl. Gebühren) im Vorverkauf für diesen – laut Künstlervorgabe - smartphonefreien Abend zu besorgen!

Seit einem halben Jahrhundert sind sie der Inbegriff und Maßstab für „surrealistische Werke voller Macht und Originalität“ (‚Rolling Stone‘). “In ihrem Sound verschmolzen Free-Jazz-Elemente, klassizistische Mellotron-Passagen, Rhythm’n’Blues-Variationen, elektronische Improvisationen sowie assoziative Poesie zu sinfonischen Rock-Strukturen, die sich“, laut dem ‚neuen Rock-Lexikon‘, „von wagnerischer Fülle zu haydnscher Zartheit“ (‚Crawdaddy“) verfeinerten.“ Eine avantgardistische Klangcollagenwelt – ebenso innovativ wie einmalig. „Ist das, was King Crimson spielt, eigentlich noch Musik, wenn alles, was man sonst so als Musik hört, schon Musik sein soll?“, fragte zurecht der ‚Welt‘-Kritiker angesichts dieses „historischen Konzertabends“. Sein Kollege von der ‚Stuttgarter Zeitung‘ stellte deshalb zurecht fest: „Für Nichtmusiker ist es nicht leicht, einen Zugang zu der Musik zu finden. Gesungen wird nicht viel, dafür gehen die Takte meistens ins Ungerade, die Harmonien sind oft erst auf den zweiten oder dritten Blick schlüssig. Konzerte mit King Crimson sind irgendwie, als ob ein verrückter Professor seine Studenten mit ins Labor nimmt und dort wild die Inhalte der buntesten Fläschchen zusammenrührt. Das Ergebnis ist schrill und schräg, Dinge explodieren – aber zwischendurch zeigt sich, dass der Professor ein Genie ist, weil sich ab und zu wunderschöne Melodien an die Oberfläche Bahn brechen und den Krach vergessen machen.“ In jedem Fall ist also von Robert Fripp (Gitarre), Bassist Tony Levin (Peter Gabriel), Saxophonist/Flötist Mel Collins, Rhythmus-Gitarrist/Sänger Jakko Jakszyk, Keyboarder Bill Rieflin und der aus Gavin Harrison (Porcupine Tree), Jeremy Stacey plus Pat Mastelotto (Mr. Mister) bestehenden Schlagzeugfront auf der Bühne Außergewöhnliches zu erwarten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ihr Bandboss das Credo ausgegeben hat, sich nicht wiederholen zu wollen (Beispielhaft: die aktuelle Triple-CD „Meltdown: Live in Mexico“). Beim Berlin-Gastspiel könnte zudem ein weltberühmter Song, bei dessen Aufnahmen Fripp 1977 mitwirkte, als Gruß an den verstorbenen Co-Komponisten David Bowie sowie die Bewohner dieser Stadt auf dem Programm stehen: „Heroes“!

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30.06.19 TOTO auf "40 Trips Around The Sun World Tour 2019“ (Beginn: 19.30 Uhr, Einlaß: 18 Uhr, VVK: 52 Euro)
Nur wenige Gruppen haben in der Musikgeschichte einzeln oder insgesamt einen größeren Einfluss auf die Popkultur gehabt als die Mitglieder von TOTO. Als Einzelpersonen sind die Mitglieder auf überwältigenden 5000 Alben zu hören, die insgesamt auf einen Verkauf von einer halben Milliarde Alben kommen und von denen über 200 Aufzeichnungen von der National Academy of Recording Arts and Sciences für einen Grammy nominiert wurden.

Auch nach fast 40 gemeinsamen Jahren und buchstäblich Tausenden Ehrungen (darunter mit Michael Jacksons Thriller das meistverkaufte Album aller Zeiten) und Auszeichnungen gehören TOTO auf Tournee sowie im Studio immer noch zu den umsatzstärksten Bands weltweit. Sie sind der Maßstab, an dem viele Künstler ihren Sound und ihre Produktion ausrichten, sie übertreffen die von der Musikgemeinschaft festgelegten Standards und sind einfach ein Synonym für musikalische Glaubwürdigkeit. Im Fernsehen und im Radio ist ihr Repertoire allgegenwärtig. TOTO sind Popkultur und eine der wenigen Bands aus den 1970er-Jahren, die die sich ändernden Trends und Stile überdauert haben und mehrere Generationen an Fans weltweit glücklich machen. Es steht außer Frage, dass TOTO gerade weltweit sowas wie einen zweiten Frühling erleben. Das aktuelle Greatest Hits-Album „40 Trips Around The Sun“ (Legacy Recordings - Sony) debütierte im vergangenen März unter den Top 40 in acht verschiedenen Ländern. Kürzlich sorgten Weezer mit ihren Cover-Versionen der TOTO-Klassiker "Rosanna" und "Africa" für große mediale Aufmerksamkeit und 20 Millionen Streams. Dies ließ auch die Streaming-Zahlen des Original-Tracks in die Höhe schnellen, die alleine auf Spotify bei 422 Millionen stehen. TOTO bedankten sich bei Weezer mit der Veröffentlichung ihrer eigenen Version des Songs „Hash Pipe“.

Auf ihrer 40 Trips Around The Sun World Tour in Europa und Nordamerika traten sie jeden Abend in vollen Häusern auf, einschließlich ausverkaufter Shows im Ziggo Dome in Amsterdam, der Royal Albert Hall in London und dem Ryman Auditorium in Nashville. Diese Tournee ist die umfangreichste seit Jahren und führt die Band nun auch 2019 rund um den Globus.

Von: Dennis Hahn


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