Chris Rea - Mit rauer Stimme und dem Blues verzaubert er die Berliner

Das Tempodrom war diese Woche mit 3.000 Zuschauern komplett ausverkauft. Alle waren gekommen, um einen Mann zu sehen: Chris Rea. Der Musiker, der in rund 35 Jahren mehr als 30 Millionen Tonträger verkaufte und damit zu den erfolgreichsten britischen Pop-Protagonisten zählt. Im Rahmen seiner "The Last Open Road" präsentierte er einen musikalischen Querschnitt seiner Karriere.

Vom: 15. November 2014 | Autor: Dennis Hahn

Chris Rea - Mit rauer Stimme und dem Blues verzaubert er die Berliner

Chris Rea - Mit rauer Stimme und dem Blues verzaubert er die Berliner

Chris Rea hatte durchaus ein bewegtes Leben. Vor 14 Jahren wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt und es grenzt schon fast an ein Wunder, dass er dies überlebt hat und nun wieder um die Welt tourt. Aber vielleicht hat ihm gerade auch die Musik und die Fans die Kraft gegeben.

Als er nach einem längeren Intro die Bühne betrat, wirkte er sehr tiefenentspannt und auch durchaus fit. Dann ging es auch schnell los, er griff zu Gitarre und begann mit "Long Gone" den Abend. Er hat wohl die sanftesten aller Reibeisenstimmen, die ihn natürlich auch bekannt machte. Früher eher als "Schmuserocker" bekannt, ist er über die Jahre und gerade nach seiner Krankheit immer mehr zum Blues übergegangen.

Der englische Weltstar mit italienisch-irischen Vorfahren ließ seine Musik und sein Können an der Gitarre für sich sprechen. Viel Wort verlor er nicht, keine Ansprachen oder ähnliches, dafür ein Song nach dem anderen. Minimalistisch die Bühnenshow und wortkarg der Meister, daür um so bombastischer und fast spektakulär sein Gitarrenspiel. Manchmal glich es einer Jam-Session mit seiner fantastischen Band, was beim Publikum in Berlin sehr gut ankam und zum stetigen Anstieg der Stimmung führte, die aber eigentlich von Beginn an grandios war.

Natürlich durften auch Hits wie"Josephine" und "Julia" an diesem Abend nicht fehlen, zwei Song mit denen er seinen beiden Töchtern musikalische Denkmäler gesetzt hat. Langsam hielt es die Fans auch nicht mehr auf den Stühlen und es wurde freudig applaudiert und mitgesungen. Natürlich durften auch Songs wie „On the Beach“, ein fulminantes „Road To Hell“ und „Looking For The Summer“ nicht fehlen.

Der Mann hat den Blues und während des Spiels wippte, tänzelt und bewegte er sich über die Bühne, als sei er nochmals 36 und hätte nie eine schwere Krankheit durchlebt. Nach knapp über 1,5 Stunden war dann leider Schluss und mit einem langen Outro, dass wie viele seiner Songs von "Straßen" handelte, verabschiedete sich Chris Rea so unscheinbar, wie er auch die Bühne betreteten hatte.

Dem überaus begeisterten Publikum fiehl es schwer zu gehen, aber am Ende verließen sie das Tempodrom dann doch mit dem Gefühl eines musikalisch fantastischen Abend mit einem Künstler, der nicht nur für die Musik lebt, sondern wahrscheinlich noch wegen der Musik lebt und jetzt einfach die Musik lebt.

Von: Dennis Hahn


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