Bryan Adams - Von zart bis hart - Große Rock´n Roll Party in Berlin

Das Konzert von Superstar Bryan Adams gestern Abend in der Mercedes-Benz Arena in Berlin kann man auf jeden Fall in der Kategorie "Konzerte die man nicht vergisst" einordnen. Der kanadische Musiker gab mit seiner fantastischen Band über 2,5! Stunden richtig Gas, mit zarten Balladen, harten Rocksongs und natürlich jeder Menge Hits, die zum Mitsingen, Mittanzen und einfach Party machen einluden.

Vom: 20. Juni 2019 | Autor: Dennis Hahn

Dreizig Nr. 1 Platzierungen in den Charts weltweit, über 100 Millionen verkaufte Tonträger, 40 Jahre im Musik-Business und dieses Jahr ein runder Geburtstag: Bryan Adams wird 60. Man sieht es ihm auf keinen Fall an. Und wie er sich bei seinem Konzert gestern Abend in der Mercedes-Benz Arena in Berlin gab, fühlt er sich auch noch lange nicht alt. Die Halle war sehr gut gefüllt, wenn auch nicht ausverkauft. Eine Vorband an diesem gab es nicht, was aber auch weder nötig gewesen wäre, weil die Stimmung von der ersten Sekunde an gut war und der Kanadier außerdem über 2,5(!!) Stunden auf der Bühne der großen Arena stand.

Erste Berührungspunkte mit der Musik gab es für Bryan Adams schon Ende der 70er Jahre, wo er als gerade mal 15jähriger mit eigener Band durch kleine Clubs tourte. Seinen ersten Plattenvertrag bekam er 1979 und schon ein Jahr später veröffentliche er sein erstes Album mit seinem Namen "Bryan Adams". Okay, zugegeben war dies kein Erfolg, aber trotzdem der Anfang ein sehr großen Karriere. Der erste richtig große, musikalische Erfolg gelang ihm dann aber schon drei Jahre später mit dem Album "Reckless", dass in den USA und Kanada gleich die Spitze der Charts erstürmte. Danach bis heute folgten im Schnitt alle 3-4 Jahre Alben, die immer wieder die Charts rund um den Erball stürmten, wie auch sein aktuelles Album "Shine a Light", welches in dieses Jahr erschienen ist und es auch bis auf Postition Nr. 2 in den deutschen Charts schaffte.

"Shine a Light" ist auch der Titel seiner aktuellen Tour, die ihn momentan durch Europa und Deutschland führt. Und gestern Abend eben in die Hauptstadt, in der er sowieso gerne zu Gast ist, auch ab und an zur Eröffnung seiner eigenen Fotoausstellung, seiner zweite großen Passion, neben der Musik. Aber gestern stand die Musik im Vordergrund. Die Mercedes-Benz Arena war gut gefüllt, auch wenn es zum "Ausverkauf" nicht gereicht hat, da der Oberrang komplett leer bliebt. Das kann wie immer mehrere Gründe haben, wie zum Beispiel die gestern schon in Berlin begonnenen Sommerferieren. Aber das sollte der Stimmung keine Abbruch tun, wie sich schnell herausstellen sollte.

Wie schon eingangs erwähnt, gab es keinen Support und kurz nach um 20 Uhr ging es dann auch los: Licht aus, Spots an und die ersten Riffs von "Ultimate Love" ertönten. Ein schön schneller, rockiger Song zum Start. An dieser Stelle noch eine kleine Anmerkung: Der Innenraum an diesem Abend war bestuhlt, was zum einen sehr verwunderte und nach persönlicher Meinung des Autors bei Rock-Konzerten immer keine gute Entscheidung ist. Diese Meinung teilten anscheinend auch viele Besitzer von Innenraum-Tickets an diesem Abend, denn nur eine Sekunden nach Konzertstart, rannten hunterte Fans gleich nach Vorne an die Absperrung, um ihrem Star ganz nah zu sein und machten so auch den Innenraum zu einer Stehplatszone. Well done!

Die Bühne war schlicht gehalten halten: Eine riesige LED-Wand im Hintergrund, auf der sich immer wieder schöne Annimationen und auch Live-Bilder aus dem Publikum zeigten. An Scheinwerfern wurde nicht gespaart, hier war das Motto "mehr ist mehr". Durch einige bewegliche LED-Leisten, die mit Hilfe von "Seilen" auf und ab bewegt werden konnten, wurde ein toller Effekt erzeugt: Neu, modern, anders, gefällt. Aber natürlich am Wichtigsten auf der Bühne, die Band um Superstar Bryan Adams: Seit den frühen 80er Jahren begleiten Leadgitarristen Keith Scott und Schlagzeuger Mickey Curry ihn schon live auf Bühne on Tour. Zudem eine tolle Besetzung an Bass und Piano. Allesamt machten einen super Job an diesem Abend. Klar hervorzuheben ist Gitarrist Keith Scott, der nicht nur einer der besten Freunde von Adams ist, sondern auch eine Wucht an einem Instrument, welches er an diesem Abend kurzzeitig sogar im liegen spielte.

Bryan Adams war bestes aufgelegt an diesem Abend, witzelte immer wieder herum, teils auch auf deutsch und stellte sich nach dem dritten Song erstmal vor: „Guten Abend, Berlin! My Name is Bryan. I’m your singer for tonight“. Somit war auch für den letzten in der Arena klar, wer da heute auf der Bühne steht.

Spätestens mit Songs Nr. 3 "Run to you" hatte der sympatische Star des Abends die Halle voll und ganz im Griff. Es wurde nirgends in der Halle mehr gesessen, es wurde mitgeklatscht, mitgetanz, mitgerockt, mitgefeiert und natürlich auch mitgesungen, bei dieser Setlist, die ein "Best of" aus 40 Jahren war und einfach zeigte, wieviele Hits und große Mitsing-Songs in seinem Repertoire vorhanden sind. Es folgten Songs wie "Shine a Light", Titelsong des aktuellen Album und der Tour, die Ballade "Heaven" vom Album "Reckless" aus dem Jahre 1984, als Single auch damals weltweit in vielen Länder auf Nr. 1 und dann "Go Down Rockin'", wie der Name schon verrät, eine schöne Uptempo-Rocknummer, die einfach gute Laune machte.

Auf alle Songs des Abends heute einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels defintiv sprengen, denn am Ende war es 31 Lieder. Und das einer der "Mitsing-Songs" überhaupt, "Summer of 69", schon an 10. Stelle der Setlist stand, zeigt einfach, auf was für eine "Hits-Auswahl" der Kanadier zugreifen kann, um diesen Titel so früh zu bringen, was bei anderen Bands ein Highlight zum Schluss des Konzertes gewesen wäre. Und auch heute funktioniere es: Die ersten Riffs von "Summer of 69" angespielt und die Halle sang, sang und sang. Das hätte den ganzen Abend so gehen können.

Einige Highlights noch zwischendurch mit "(Everything I Do) I Do It for You", "Somebody" oder auch "Cuts Like a Knife". Dann folgte ein besonderer Part des Abends, der aus einer "Publiums-Wunschsong-Runde" bestand. Hier zeigte sich zum einem die Flexibilität, aber auch das musikalische Können der Band, auch wenn Bryan Adams selbst etwas drüber scherzte, dass nicht immer alles glatt läuft und sie sich manchmal nicht mehr an die eigenen Songs erinnern können, aber es ist eben ein Live-Konzert. So spielten sie "All Or Nothing, "The Best Was Yet to Come", "One Night Love Affair", "Please Forgive Me" und sogar ein Stevie Wonder Cover "Superstition".

Danach ging es mit der Zugabe so langsam dem Ende zu, aber mit 5 Songs war auch diese deutlich länger als bei anderen Künstlern. Dazu wurde es auch noch etwas emotional an diesem Abend, als Bryan allein mit seiner Gitarre auf der Bühne stehend seinen Eltern dankte, dass sie ihm durch ihre Untersützung in jungen Jahren alles ermöglicht haben und jeder alles erreichen kann, wenn er an seinen Träume glaube.

In einer coolen Akustikgitarren-Mundharmonika-Version gab es dann u.a. noch den Coversong "Whiskey in the Jar" und natürlich zum dahinschmelzen und für alle Romantiker "Straight From the Heart". Mit "All for Love" verabschiedete sich Bryan Adams an diesem Abend, aber auch mit der witzig gemeinten Ankündigung, dass auch diese 2,5 Stunden nicht ausreichen, um alle Songs zu spielen, deshalb wird er wieder kommen. Und das war keine Drohung, sondern ein Versprechen. Wir vertrauen drauf und freuen uns. Danke Bryan Adams für das fantastische Konzert, unzählige Hits in den letzten 40 Jahren und an alle Kritiker: Wer diesen Mann und seine Musik langweilig findet, war an diesem Abend nicht dabei!

Setlist
Ultimate Love
Can't Stop This Thing We Started
Run to You
Shine a Light
Heaven
Go Down Rockin'
It's Only Love
Cloud #9
You Belong to Me
Summer of '69
Here I Am
When You're Gone
Part Friday Night, Part Sunday Morning
(Everything I Do) I Do It for You
Back to You
Somebody
I'll Always Be Right There
The Only Thing That Looks Good on Me Is You
Cuts Like a Knife
18 til I Die
All Or Nothing
The Best Was Yet to Come
One Night Love Affair
Superstition (Stevie Wonder cover)
Please Forgive Me
Brand New Day
- Zugabe:
I Could Get Used to This
I Fought the Law (The Crickets cover)
Whiskey in the Jar
Straight From the Heart
All for Love

Von: Dennis Hahn


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